Politik für Deutschland
Roland Herrmann

Das Eingangsfoto meines Internetauftritts ist verbesserungswürdig und trotzdem wird es so wie es ist mein Eingangsfoto bleiben. Weiterhin wird man auf meinen Netzseiten keine Fotogalerien einer gestellten heilen Welt voller lächelnder Menschen finden. Dazu Folgendes:

Gebetsmühlenartig stellen Parteifreunde meine Entscheidung, WhatsApp, Facebook, Twitter und Co. zu meiden, in Frage. Trotz aller innerparteilicher und bundesweit in die Schlagzeilen geratener Chatskandale, trotz der nicht mehr als Verschwörungstheorie, sondern dank Edward Snowden mittlerweile als Tatsache anerkannten, allumfassenden Überwachung und Auswertung der weltweiten elektronischen Kommunikation durch US-Geheimdienste und Datensammelwut der US-Internetkonzerne, muss ich mich immer und immer wieder rechtfertigen. Dabei verschweige ich den Nutzen dieser Medien, auf einfache Weise eine Vielzahl an Menschen erreichen zu können, nicht, habe aber für mich entschieden, das über einen Internetauftritt möglichst ohne US-Konzerne zu versuchen.

Außerdem habe ich entschieden, das permanente Dauerfotografieren und die anschließende öffentliche Preisgabe den Menschen zu überlassen, die das aus Profit-, Profilierungs-, Werbungsgründen oder aber zur Befriedigung der eigenen Eitelkeit für erforderlich halten. Ich hielt und halte es für erforderlich, immer und immer wieder vor dem Abgrund, dem wir uns alle mit zunehmender Geschwindigkeit rasend nähern, zu warnen. Und so war es mir nicht möglich, nachdem ich zudem aufgrund von Sabotageakten in den eigenen Reihen ein Vierteljahr auf die Erstellung einer Internetpräsenz sowie eines Eingangsfotos warten musste, in die Kamera zu grinsen. Und zunächst wollte ich aufgrund der schlechten Qualität auch keines der Handyfotos veröffentlichen. Dabei hatte ich meinen Lieblingsplatz meines Wohnortes ausgewählt aber geplante Aufnahmen mit der für solche Zwecke aus Steuermitteln angeschafften, fraktionseigenen Kamera wurden sabotiert. Und letztendlich bin ich für mein Eingangsfoto dankbar, denn es ist trotz der schlechten Qualität ein ganz besonderes Foto.

Nachdem ich den dazugehörigen Text schon erstellt hatte, nutzte ich unsere in Ribnitz anberaumte Fraktionssitzung dafür, mit meinen beiden Stralsunder Fraktionskollegen kurz vor Einsetzen der Dämmerung das für einen Internetauftritt erforderliche Eingangsfoto zu fertigen. Kurz nach Beginn der Aufnahmen, fing es an zu regnen und am Horizont sahen wir einen immer bedrohlicher wirkenden Himmel dunkler Wolken. Ich konnte meine Kollegen davon überzeugen, nicht aufzugeben, sondern auf den richtigen Augenblick, den Sonnendurchbruch, zu warten und tatsächlich gelang es dann doch noch ohne Hilfsmittel ein verwertbares Foto zu fertigen. Und auf dem Weg zum Auto bemerkten wir 3 Regenbögen, eine Himmelserscheinung, die ich nie zuvor in meinem Leben sah.   

Während meiner Schulzeit war ich nicht unbedingt ein Freund von Interpretationen, aber wenn ich 26 Jahre danach eine des Fotos schreiben müsste, dann sehe ich den dunklen Horizont als Metapher für die Folgen der Regierungspolitik. Und wenige Stunden nach der Aufnahme sollte ein an paranoider Schizophrenie erkrankter Mann in einem Zustand der absoluten Schuldunfähigkeit in Hanau 11 Menschen, darunter seine Mutter und sich selbst, töten. Und obwohl dieser Mann, ohne irgendeinen Bezug zur AfD, dafür mit einem vor wenigen Jahren für die Grünen kandidierenden Vater, seine Wahnvorstellungen mehrfach den Behörden mitteilte und obwohl diese ihm trotzdem seine legal erworbenen und registrierten Schusswaffen beließen, konstruierten die gleichgeschalteten Organe der BRD, selbst im Kreistag von Vorpommern-Rügen, voller Hass daraus eine Schuld der einzigen Opposition, ein Vorgang, den ich vor wenigen Jahren noch nicht für möglich gehalten hätte und der einen Tiefpunkt der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Den Sonnendurchbruch sowie die 3 Regenbögen sehe ich als Symbole der Hoffnung, die so schnell, wie sie am Himmel erschienen, auch wieder von dunklen Wolken verdrängt wurden und nicht mehr wiederkamen. Man sollte die Zeichen und die Zeit nutzen, bevor es für immer zu spät ist!